Woher kommt das Brauchtum?

Kein germanischer Kult

Woher das Brauchtum genau kommt, weiß leider niemand so genau. Die ganz herrschende Ansicht der Obersinner verneint einen direkten Zusammenhang zwischen dem Feuerrädchen und einem germanischen Kult. Unter anderem vertritt diese Auffassung, dass es keinen Zusammenhang gibt, Obersinns Hobbyhistoriker Leo Breitenbach, der die Geschichte Obersinns schon Jahrzehnte erforscht. Er sieht das „Feuerrädchen“, in Anlehnung an die Hutzelfeuer der Rhön, welche den Winter austreiben sollen. Darüber hinaus würde das Feuerrad noch die Sonne bedeuten, die wie das Feuerrad im kommenden Sommer über den Fluren leuchten solle.

Die Information, dass es sich bei dem Feuerrädchen um einen germanischen Kult handele, basiert auf einem Bericht des „Fränkischen Volksblatts“  von Johann Mützel aus dem Jahre 1938 (Johann Mützel, Fränkisches Volksblatt Nr. 50 vom 01.03.1938, S. 5). Der Reporter vermutete damals, dass das Abbrennen des Feuerrades seinen Ursprung in altgermanischen Bräuchen habe, welche auf die Sonnenwende zurückzuführen seien.

Dem Bericht nach huldigten die alten Germanen der Göttin der Fruchtbarkeit und des Lichts Freya, die die finstere Jahreszeit vertrieb. Symbolisch entzündete man Freudenfeuer und ließ glühende Feuerkugeln ins Tal hinab, um sich „von den alten Schlacken, von der Finsternis und Bitterkeit der trüben Winterzeit“ zu reinigen. Eine Auffassung der Obersinner vermutet, dass aufgrund der herrschenden politischen Ideologie der Jahre 1933 bis 1945 bewusst ein Zusammenhang zu einem germanischen Brauch hergestellt geworden wäre, der jedoch nie bestand.

 

Autor: Sören Winkler

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