Die Schachblume in den Reithwiesen von Obersinn


Die Schachblume im Sinntal 
 
Schachblume 


Die Schachblume, auch Schachbrettblume oder Kiebitzei, ist eine Pflanze aus der Familie der Liliengewächse. Sie verdankt ihren Namen ihrer schachbrettartig gemusterten, purpurbraunen Blüte, mit der sie in jedem Frühjahr von Ende April bis in die ersten Maitage hinein die Feuchtwiesen des Sinntales überzieht. Sie wächst aus einer runden Zwiebel von etwa 1 bis 2 cm Durchmesser und treibt im zeitigen Frühjahr einen etwa 15 bis 20 cm langen unverzweigten und fast runden Stängel. An diesem stehen vier bis fünf schmalrinnige und graugrün gefärbte Blätter. Von April bis Mai entwickeln sich die meist einzeln stehenden glockenförmigen, nach unten hängenden Blüten.
 

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Bilder: Klaus Preisendörfer 

Die Blüten sind schachbrettartig purpurrot-weiß oder grünlich-weiß gefleckt. Die fast geruchlose Blüte besteht aus sechs, etwa 4 cm langen Perigonblättern, deren stumpfe Spitze meist etwas umgebogen ist.

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Bild: Alfred Andres

Der ober ständige Fruchtknoten setzt sich aus drei Fruchtblätter zusammen und bildet eine kantige dreiteilige Samenkapsel mit zahlreichen Samen pro Fruchtfach aus. Die Schachblume vermehrt sich über Samenbildung und vegetativ durch Brutzwiebeln. Die Schachblume ist ein Kaltkeimer. Die Bestäubung erfolgt über Insekten, wobei Hautflügler, wie Hummeln oder Bienen, eine zentrale Rolle spielen. In Deutschland findet sich das größte zusammen-hängende Vorkommen in den Feuchtwiesen der beiden aneinander angrenzenden Naturschutzgebiete „Sinngrund“ bei Obersinn und Sinnwiesen von Altengronau. 

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Selten werden zwei Blüten pro Pflanze ausgebildet. Bild: Alfred Andres

 

Die Schachblume ist in Deutschland stark gefährdet und gilt nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) als besonders geschützt. 1993 wurde sie als Blume des Jahres ausgewählt. Sie ist hauptsächlich durch die Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume in Feucht- und Nasswiesen, Auwäldern und Überschwemmungsbereichen von Flüssen (Flussauen) bedroht. Weiter wirkt sich die Behandlung der Böden durch Düngemittel ursächlich bestandsmindernt aus.


siehe auch: Schachblumenfest der Marktgemeinde Obersinn

Autor: Lioba Zieres

 

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